Wie die übrigen Inseln der Karibik hat auch Martinique (360000 Einw.) keine bodenständige Bevölkerung. Den indianischen Arawak folgten vor Ankunft der Europäer die ebenfalls aus dem nördlichen Südamerika eingewanderten Kariben, die ihrerseits von den Europäern ausgerottet oder vertrieben wurden. Das Gros (93%) der heutigen Bevölkerung sind Nachkommen afrikanischer Sklaven, zum großen Teil heute Mulatten (Mischlinge). Einen weiteren farbigen Bevölkerungsteil bilden die im 19. Jh. als Kuli ins Land geholten Inder. Ihre Nachkommen (rd. 20000) leben etwas abseits im Nordosten der Insel, einige wenige auch als Geschäftsleute in der Hauptstadt Fort-de-France. Zu erwähnen sind noch zahlenmäßig kleine Gruppen von Chinesen und Libanesen, die hauptsächlich im Handel tätig sind. Die kleine (10/0 der Bevölkerung), politisch und wirtschaftlich jedoch dominierende Gruppe der Weißen sind Nachkommen der frühen Siedler. Diese weißen Kreolen, gelegentlich auch mit etwas farbigem Blut, werden als Bekes bezeichnet. Sie gehören etwa 50 recht wohlhabenden Familien an, die auch heute noch große Plantagen besitzen oder den Handel kontrollieren. Sie grenzen sich deutlich von den für mehrere Jahre vom Mutterland entsandten Franzosen, den Bauis-France oder Zorreilles (abstehende Ohren), ab. Diesen Verwaltungsbeamten auf Zeit (3%) gelingt nur schwer eine soziale Integration. Die Antillaner sind ein facettenreiches Mischvolk, das sich durch höheren Bildungsstand und Weltläufigkeit von der Bevölkerung der Nachbarinseln abhebt. Der kulturelle und mentale Einfluß Frankreichs ist unübersehbar.