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Die den Martiniquern eigene Lebensfreude kommt am stärksten im Karneval zum Ausdruck. Bis zum Aschermittwoch finden wochenlange Tanz-, Schönheits- und Kostümwettbewerbe statt. Ihren Höhepunkt errreichen die Festlichkeiten von Fastnachtssonntag bis -dienstag. Den Abschluß bildet eine Jagd durch die Straßen (viiks) auf den den Karneval personifizierenden »Valval« und schließlich dessen Verbrennung auf einem Scheiterhaufen an der Place de la Savane in der Hauptstadt Fort-de-France. Mit einem großen Feuerwerk endet kurioserweise erst am Aschermittwoch der letzte Ball. Auch die religiösen Feiertage werden z.T. auf besonders festliche Weise begangen. So wird der Ostermontag an den überfüllten Stränden mit einem Krabbenfrikassee (mate-trabe) und Unmengen Rum in lautstarker Runde verbracht. An Allerheiligen sind die Friedhöfe mit zahllosen Kerzen erleuchtet. Familienangehörige verbringen die Nacht an den mit Muscheln und Blumen geschmückten, oft aus kleinen Häuschen bestehenden Gräbern. An den Jahrestagen des jeweiligen Dorfheiligen werden die Häuser herausgeputzt. Veranstaltungen wie Hahnenkämpfe, Kanu-Rennen, Jahrmärkte, umgeben von Rumschänken, füllen den Tag. Die größte Leidenschaft der Martiniquer sind die Hahnenkämpfe. Dieses von den Spaniern eingeführte, für Tierfreunde nicht gerade erfreuliche Vergnügen besuchen alleine Männer. Aufzucht und Vorbereitung der Hähne werden mit großer Sorgfalt betrieben. Der in einer kleinen Arena ablaufende Kampf dauert nur kurze Zeit und wird von den äußerst erregten Zuschauern, die hohe Wetten abschließen, lautstark verfolgt. Statt der Hahnenkämpfe werden gelegentlich auch Mungos auf Bewohner Martiniques in der Gewandung der letzten Jahrhunderte Schlangen losgelassen. Die als pitts bezeichneten Kampfarenen liegen durchweg außerhalb von Fort-de-France auf dem Lande. Ein Großereignis in den Fischerdörfern sind die anläßlich der Dorfheiligenfeste, am 14. Juli und 11. November, veranstalteten Wettrennen der bis zu 9 m langen »Gommiers«. Es sind dies aus dem Stamm des Gummibaumes gehauene, mit einem einzigen rechteckigen Segel ausgestattete, auch zum Fischen benutzte Kanus, wie sie schon von den Kariben verwendet wurden. Ihre Herstellungstechnik haben die Antillaner von den Kariben übernommen und weiterentwickelt. Heute werden vielfach weniger schwierig anzufertigende, nicht aus einem Stück bestehende und mit mehreren Segeln bestückte kleine Boote (yoles) benutzt.



Trachten
Eine typische Tracht im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Charakteristisch ist lediglich die turbanartige niadras der Frauen, die einem Wahrzeichen Martiniques gleichkommt. Es ist ein aus Indien stammendes Kopftuch mit hervorstehenden Zipfeln: ein einziger Zipfel zeigt an, daß die Trägerin noch ungebunden ist, bei zweien ist das Herz schon vergeben, und bei dreien wird
allseitige Bereitschaft signalisiert. Dazu wird zumeist eine buntkarierte Bluse mit Petticoat oder langem Rock in kräftigen Farben getragen.